• Formen der Auslegung von Matthäus 16, 13-18 im lateinischen Mittelalter

    Author(s):
    Karlfried Froehlich (see profile)
    Date:
    1960
    Subject(s):
    Church history, Catholic Church, Bible. Matthew, Peter, the Apostle, Saint, Middle Ages, Theology, Doctrinal, Petrine office, Biblical hermeneutics, Popes--Primacy
    Item Type:
    Dissertation
    Institution:
    Universität Basel, Schweiz
    Tag(s):
    Biblical exegesis, Papacy, matthew 16, Medieval exegesis, Medieval thought, Roman Catholicism, papal primacy, history of biblical interpretation, christian doctrine, Gospel of Matthew
    Permanent URL:
    https://doi.org/10.17613/szd8-5p05
    Abstract:
    Die Hauptthese der Dissertation ist, dass das Verständnis dieser Perikope als "Primatworte" Jesu, die die Autorität des Apostels Petrus und seiner Nachfolger, der Päpste, biblisch begründen, nicht dem Gang der Auslegungsgeschichte im Mittelalter entspricht. Matthäus hat das Petrusmaterial als "Offenbarungsszene" in den Rahmen der Markuserzählung (Mk 8:23-29) eingefügt, und so konzentriert sich das Interesse der frühchristlichen Ausleger auf Bekenntnis und Seligpreisung (Mt 16, 16-17), wobei die Repräsentationsfrage eine zentale Rolle spielt (Wer darf sich in Petrus angesprochen wissen?). Das Bekenntnis zum "Gottessohn" (16) war wichtig in den trinitarischen und christologischen Debatten, und Origenes' Ausweitung der Seligpreisung (17a) auf alle Bekenner hatte grossen Einfluss in Ost und West. Auch der "offenbarte" Petrusglaube (17b) wurde in der Häretikerpolemik und der Gnadenlehre immer wieder zitiert. Vers 18 und 19 wurden erst wichtig in der Bußtheologie der afrikanischen Kirche, und es ist das von Cyprian geprägte Vokabular—cathedra Petri, super quem, primatus—, das den Päpsten seit Stephan I. (254- 257) erlaubte, Mt 16, 18 auf ihren primatialen Rechtsanspruch in der Universalkirche anzuwenden. Nur sie und ihre Anwälte beantworteten im Mittelalter die Frage nach der Identität des Felsens, auf den Jesus seine Kirche zu bauen versprach, mit der Gleichung petra = Petrus. Dagegen galt für die gesamte exegetische Literatur seit Augustin die Gleichung petra = Christus oder petra = fides Petri auf Grund exegetischer Querverbindungen, die das Felsenfundament im Baubild der Kirche auf Christus und den Glauben an ihn festlegten. Die Paulusstelle 1 Kor 10, 4 war der Hauptschlüssel, andere Stellen unterstützten ihn: 1 Kor 3, 11; Mt 7, 24-25; Eph 2, 20. Der Kirchenfels von Mt 16, 18 muss Christus sein. Möglich wurde diese Überzeugung durch Augustins Ableitungsthese: "Petrus a petra," die die lateinischen Nomina auseinanderriss. Im Aramäischen sind sie identisch: "kēphā."
    Notes:
    Eine frühe Version von Kapitel III ist bereits 1963 als "Teildruck" erschienen und kann unter dem Titel "Der Kirchenfels" digital im Netz gelesen und hochgeladen werden. Die Webadresse bei CORE ist: https://doi.org/10.17613/tyd0-ps72
    Metadata:
    Status:
    Published
    Last Updated:
    4 months ago
    License:
    All Rights Reserved
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